Knysna an der Lagune - eine Perle an der Garden Route
Wer über Knysna berichten will, kommt nicht umhin, als Erstes über die Garden Route zu berichten, die von Mossel Bay bis zur Storms River Bridge (auch Paul Sauer Brücke genannt) eine Länge von etwa 300 Kilometern hat. Erst die gesamte Strecke von Kapstadt bis Port Elizabeth in Südafrika kann auf eine Länge von 750 Kilometer Küstenstreifen, unzählige touristische Highlights bieten. Die Garden Route erhielt wohl ihren Namen von den ersten Siedlern, denen dieser fruchtbare Landstrich wie ein Garten Eden vorgekommen sein muss. Und eben auf dieser Route, diesem Garten Eden, liegt etwa in der Mitte das 200 Jahre alte und auf stolze 28.000 Einwohner verweisende Städtchen Knysna.
Knysna, an einer der größten Salzwasserlagunen des Landes gelegen und von beeindruckenden Urwäldern, einladenden ruhigen Seen und weiten Stränden umgeben, wird nicht umsonst als „Perle“ der bereits erwähnten Garden Route bezeichnet. Die Stadt ist von einem Naturparadies umschlossen und gilt gleichzeitig als die sicherste Stadt Südafrikas. Die Lagune selbst ist mit einem schmalen Durchbruch, der Knysna-Heads, welcher 1817 gegraben, mit dem Indischen Ozean verbunden und seither für die Schifffahrt interessant. Daraus resultierte, dass Holzhandel, Möbelbau und natürlich Schiffsbau die Zukunft, sowie das wirtschaftliche Rückgrat bildeten und aus dem kleinen Fischerdörfchen ein angesehener Ort entstand. Was heute noch von den vergangenen Ereignissen zeugt, ist der Name Knysna, ausgesprochen Neiss-na, ein Wort, welches wohl auf die Hottentotten Sprache zurückzuführen ist und „Ort des Holzes“ bedeuten soll.
Die Outeniqua Berge, welche so eine Art Wahrzeichen von Knysna sind, dominieren das Hinterland und sind dank der günstigen Wetterverhältnisse, wie das gesamte Umland, von dauerhafter grüner Vegetation gezeichnet. Das Klima ist von ständiger Milde geprägt und kann im Sommer Temperaturen von um die 26°C verzeichnen. In den Regenzeitmonaten von Juni bis August sinkt die Temperatur auf einen Minimalwert von 18°C, wodurch der Indische Ozean ganzjährig so warm ist, dass Baden kein Problem darstellt.
Die Lagune selbst, welche übrigens zum nationalen Naturdenkmal ernannt wurde, beherbergt zwei Inseln, die durch Landbrücken mit dem Festland verbunden sind. Eine Attraktion dabei ist die mitten durch die Lagune führende sehr lange Eisenbahnbrücke, die nur durch den Dampfzug, dem Outeniqua Choo Tjoe, befahren werden darf. Jeder Knysna Besucher sollte sich unbedingt das Vergnügen gönnen und mit diesem Zug nach George über Wilderness zu fahren.
Knysna ist eine liebenswerte und charmante Stadt, in der Wohlfühlen angesagt ist. Viele Bars, Cafés und Restaurants laden zum erholsamen Aufenthalt ein. Interessante Geschäfte mit einem riesigen Angebot an allen erdenklichen Waren und Souvenirs für Touristen verführen zum Shoppen und wer will kann sich mit einem der vielen hier ansässigen Künstler unterhalten, ihre Werke bewundern und bei Gefallen auch etwas für die heimatlichen Wohnzimmerwände erstehen.
Die Geschichte von Knysna ist genau so interessant und vielseitig wie der Ort selber. George Rex, ein irländischer Auswanderer, der ein unehelicher Sohn Georg III, König von Großbritannien und Irland, sein sollte, kaufte 1804 die Melkhoutkraal Farm. Er setzte sich für die wirtschaftliche Entwicklung der Region ein und wird seither als Gründer von Knysna angesehen. Ihm ist zu verdanken, dass das damalige Städtchen gegen 1817 zur Hafenstadt wurde, was für der Holzindustrie von großem Nutzen war. Recherchiert man über die Geschichte von Knysna, fallen zwei weitere Namen auf, die eng mit der Entwicklung der Stadt verbunden sind. Da ist Thomas Henry Duthie, Schwiegersohn von George Rex, der die Gründung von Belvidere auf der Westseite der Lagune vorantrieb und eine kleine Kirche, anlässlich seiner Hochzeit, bauen ließ. Dann war noch die Thesen Familie, die ursprünglich nach Neuseeland wollte, 1869 in Knysna ankerten und so viel Gefallen an der Stadt fand, dass sie blieb. Ihr Verdienst ist die Gründung einer Reederei, Schiffe- und Möbelbau wurden durch sie forciert und trugen dazu bei, dass ein gewisser Wohlstand in dem Ort erreicht wurde. Eine der Halbinseln der Lagune wurde darauf hin zu „Thesen Island“.
Allerdings dürfen bei der geschichtlichen Erwähnung von Knysna die Bewohner der Urwälder nicht vergessen werden, denn es hätte wohl kaum eine Holzindustrie und den damit verbundenen Wohlstand gegeben, wenn nicht die Holzfäller mit ihren berühmten Waldelefanten gewesen wären, die unter härtesten Bedingungen das Holz schlugen und transportierten.
Wer mehr über die Geschichte von Knysna erfahren möchte, sollte die beiden kleinen Museen in der Stadt besuchen, doch dazu muss man erst einmal nach Südafrika fliegen...